Um was geht es eigentlich?

 

Durch eine Änderung des Schulgesetzes soll erstmals verbindlich geregelt werden, wie viele Lehrer*innen, pädagogische Mitarbeiter*innen sowie Sozialarbeiter*innen mindestens einzusetzen sind, um an den Schulen erfolgreich arbeiten zu können. Dafür sollen für die allgemeinbildenden Schulen konkrete Personalschlüssel festgelegt werden, die es bisher im Schulgesetz nicht gibt. In direkter Abhängigkeit von der Anzahl von Schüler*innen soll daraus der Gesamtbedarf berechnet werden, auf den die Schulen einen Anspruch haben. Dieser gesetzliche Gesamtbedarf soll künftig Grundlage und Maßstab für das staatliche Handeln zur Personalausstattung sein. Damit wird auch dafür gesorgt, dass die seit 2013/2014 vorgenommenen Bedarfskürzungen dauerhaft zurückgenommen werden. Zusätzlich wurde ein angemessener Mehrbedarf für gestiegene Anforderungen sowie eine Reserve bei der Unterrichtsversorgung berücksichtigt (Unterrichtsversorgung von insgesamt 105%). Darüber hinaus sollen an den Grund- und Förderschulen wieder ausreichend pädagogische Mitarbeiter*innen zur Verfügung stehen. Außerdem sollen Schulsozialarbeiter*innen dauerhaft eingesetzt und ihre Zahl mehr als verdoppelt werden, um so einen Einsatz an allen Schulen zu ermöglichen und an den Schwerpunkten zu verstärken.


Warum ist das nötig?

 

Seit Jahren gib es viel zu wenige Neueinstellungen in den Schuldienst. Gleichzeitig steigt aber Jahr für Jahr die Zahl der Schüler*innen. In den letzten sieben Schuljahren entstand in Sachsen-Anhalt so ein Defizit von mehr als 2.000 Lehrer*innenvollzeitstellen (das entspricht dem Unterrichtsvolumen von eineinhalb Schuljahren). Außerdem fehlen fast 300 pädagogische Mitarbeiter*innen. Das Schulsystem ist längst an seine Leistungsgrenze geraten. Die ständig steigenden Anforderungen führen dazu, dass immer mehr Lehrer*innen und pädagogische Mitarbeiter*innen in den älter werdenden Kollegien krankheitsbedingt fehlen und am Ende vorzeitig aus dem Schuldienst ausscheiden – ein Teufelskreis.

 

Inzwischen häufigen sich die Berichte aus den allgemeinbildenden Schulen des Landes über umfangreiche Stundenausfälle, über Fächer, die gar nicht unterrichtet werden können bis hin zur zeitweiligen Schließung ganzer Schulen, weil keine Lehrkräfte mehr zur Verfügung stehen. Die verlässliche Öffnungszeit an den Grundschulen und die Unterstützung für Schülerinnen und Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf sind an vielen Schulen nicht mehr gesichert, weil pädagogische Mitarbeiter*innen fehlen.

 

Durch den Personalmangel ist die Bildung unserer Kinder und Jugendlichen und damit ihre und unser aller Zukunft in einer Wissens- und Leistungsgesellschaft grundlegend bedroht. Statt alle Möglichkeiten auszuschöpfen, um mehr Pädagog*innen in die Schulen zu holen, wird der Bedarf von der Landesregierung immer wieder in Frage gestellt und willkürlich abgesenkt. In der Folge muss an den Grundschulen in immer größeren Klassen unterrichtet werden. Es drohen weitere Kürzungen bei der Förderung von Schülerinnen und Schülern mit sonderpädagogischem Förderbedarf und bei der Sprachförderung von Migranten. In den Sekundar- und Gemeinschaftsschulen wird der naturwissenschaftliche Unterricht zur Diskussion gestellt.

 

Dieser Entwicklung können wir nicht länger tatenlos gegenüberstehen. Wir haben zunächst mit einer Volksinitiative versucht, die Landesregierung unüberhörbar aufzufordern, unverzüglich eine radikale Umkehr in ihrer bisherigen Personalpolitik einzuleiten. Fast 100.000 Bürger*innen haben uns mit ihrer Unterschrift dabei unterstützt. Leider haben unsere Mühen nur sehr geringen Erfolg gebracht. Deshalb gehen wir jetzt den Weg eines Volksbegehrens, um Veränderungen im Schulgesetz zu erzwingen. 

 

Wir müssen handeln, für den Erhalt einer hochwertigen Schulbildung in Sachsen-Anhalt. Unterstützen Sie uns deshalb in unseren Bemühungen, das Volksbegehren durchzuführen. Bald schon zählt Ihre Unterschrift, heute zählt auch schon Ihre Spende!

 

 

Vielen Dank


Zahlen

Blaue Linie: Errechneter Lehrkräftebedarf, der für ein Unterrichtsangebot erforderlich ist, wie es in den Schuljahren 2009/10 bis 2012/13 bestand. Außerdem ist darin ein zusätzlicher Personalaufwuchs von insgesamt ca. 300 Vollzeitlehrkräften gegenüber dem Ausgangsschuljahr 2009/10 enthalten, um den steigenden Anforderungen bei der Inklusion, beim Sprachunterricht, bei der Erweiterung von Ganztagsangeboten und bei der Bildung von Grund- und Leistungskursen an den Gymnasien gerecht zu werden.

Rote Linie: Tatsächlicher Lehrkräftebestand (Vollzeitlehrkräfte, gemessen in VZÄ), der in den Schulen für den Unterricht inklusive der Vertretungsreserve und für die in der Schule eingesetzten Anrechnungsstunden zur Verfügung steht. (Quelle: Unterrichtsstatistik des Bildungsministeriums).

 

Unterrichtsversorgung (UV): Bei einer UV von 100% können alle Unterrichtsstunden und die weiteren schulischen Angebote durch Lehrkräfte abgedeckt werden. Eine Vertretungsreserve (Erfahrungswert 5%) ist erforderlich, damit bei der Abwesenheit von Lehrkräften möglichst kein Unterricht ausfällt.


Kontakt:

Thomas Jaeger
Mail: thomas.jaeger@csmrent.de
Tel.: 
01733105069

 

Eva Gerth

Mail: eva.gerth@gew-lsa.de

Tel.: 0391/7355430

Bündnispartner Volksbegehren